Moin Sven,
ich sag gern ehrlich, was ich über ein Becken denke. Daher mach ich mal frei heraus ein paar Bemerkungen.
Zu allererst mal der Besatz. Die Platz und Verhaltensbedürfnisse Deiner Fische lassen sich in Deinem Becken meiner Ansicht nach nicht miteinander kombinieren. Die beiden Barschpärchen, meinst du mit den Electric blue die neue ramirezi-Züchtung? , sind Offenbrüter, die gern ein kleines ruhiges Revier abgrenzen, in welchem sie ablaichen und das Gelege innerhalb der Reviergrenzen gegen Eindringlinge verteidigen. Dies tun sie mitunter sehr aufopferungsvoll. Allerdings wären zwei Reviere in deinem Becken darstellbar, wenn da nicht noch der eine oder andere Störenfried ins Spiel käme.
Corydoras kennen keinerlei fremde Reviere, es sei denn, es geht um Freßfeinde. Da nehmen sie reißaus. Das Brutrevier der Barsche wird von einem auf Futtersuche befindlichem Schwarm Corydoras nicht geachtet.
Dann die CPO. Ich habe die Tiere als sehr neugierig, zum Teil sogar als agressiv gegenüber Garnelen und Fischen erlebt. Krebse sind und bleiben Opportunisten, die lebende Nahrung nicht verschmähen. Es sind halt Allesfresser. Darüber hinaus werden Sie auch dem Laich der Barsche gegenüber nicht abstinent bleiben.
Die Peckoltia compta, L134, sind meiner Erfahrung nach gruppenorientiert. Ich halte 5 Exemplare auf 450 Litern und stocke kurzfristig auf 10 Exemplare auf. Sie leben zusammen mit 5 Skalaren, 20 Corydoras und 10 Otocinclus. Verstecken sie sich tagsüber in ihren Höhlen, so sind sie des Nachts auf Futtersuche. Auch diese dringen immer wieder in die Reviere deiner Barsche ein.
Der Skalar. Nunja, ich persönlich halte nichts davon, diese Tiere allein zu halten. Ich bevorzuge die Gruppenhaltung, zur Not auch die Paarhaltung. Die Tiere können unter guten Bedingungen recht groß werden. 23-25cm Höhe sind keine Seltenheit. Wildnahe Formen kommen auch gern Richtung 28-30cm Höhe. Meine sind gerade mal zweieinhalb Jahre alt und bereis um die 25cm gross. Bei entsprechender Größe kann so ein Tier auch einen gewissen Appetit gegenüber Deinen Neons aufbauen.
Zu den Blutsalmlern kann ich nix sagen. Die hab ich noch nie gehalten. Vermutlich hätte ich entweder auf die Neon oder die Blutsalmler verzichtet und die andere Art sowie die Otos in einer grösseren Gruppe besetzt und mir die Platies erspart. Ich lasse meine letzten gerade aussterben.
Auch die Temperatur lässt sich nicht wirklich gut unter einen Hut bringen. Neon und L134 mögen warme Temperaturen. 27 Grad und mehr sind da durchaus positiv. Corydoras panda, Platies und Cambarellus wiederum halte ich eher kühl und unter 25 Grad.
Alles in allem würde ich an dem Besatz noch ein bisschen feilen und gegebenfalls nochmal ein paar Tiere abgeben oder tauschen. Meiner Meinung nach ist weniger oftmals mehr. Ich besetze viel lieber wenige Arten, dafür jedoch in einer passenden, gern größeren Anzahl.
Die Technik klingt für mich gut, aber teuer
Die Leuchtmittel, sollten sie einmal kaputt gehen, kannst du guten Gewissens durch Leuchtmittel aus dem Elektrofachmarkt ersetzen.
Solltest Du Dich entscheiden, Deinen Besatz zu verringern, kannst Du Dir den dauerhaften Einsatz des UV-C Klärers auch sparen. Die Keim- und Stressbelastung sollte dann niedrig genug sein, dass die Fische bei regelmäßigem Wasserwechsel damit gut klar kommen.
Der Mandano Bodengrund hat mich persönlich nicht überzeugt. So viel besser als auf Sand war bei mir das Pflanzenwachstum nicht. Ich finde daher den Preis nicht wirklich gerechtfertigt und bleibe auch in Zukunft bei Sand...
Naja, vielleicht konnt ich ja ein paar Anregungen geben. Ich denke, du brauchst noch ein paar mehr Aquarien
Gute Nacht
Heiko