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Blue Diamond

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06.06.2008, 14:19

Aufzucht von Artemien

Bei den Artemien, auch Salinenkrebse genannt, handelt es sich um sogenannte Ruderfußkrebse. Sie kommen in Salzseen vor. Das eigentümliche an ihnen ist, daß sie Dauereier legen können. Diese Eier sind im trockenen und kühlen Zustand sehr lange haltbar.Die daraus schlüpfenden Larven, auch Nauplien genannt, sind ein hervorragendes Futter für junge und kleine Fische.
Die Tiere werden bis zu einem Zentimenter groß und sind echt putzige Zeitgenossen. Sie sind absolut friedliche Algenfresser, die aber nur in extrem salzhaltigem Wasser leben können. Jeder sollte mal versuchen, ein paar der Nauplien großzuziehen. Sie lassen sich dann später bequem in einem Glasbehälter auf der Fensterbank pflegen. Solange immer schön Algen nachwachsen in dem Gefäß, leben und vermehren sie sich immer weiter. Eigentlich sind diese Krebse lebendgebärend. Eier entwickeln sie nur in Extremsituation, um das Überleben der Art zu sichern.

Wie bringt man die Krebsnauplien zum Schlupf ?

Man benötigt dazu:

einen Teelöffel Artemia-Eier
eine 1-Literflasche, nach Möglichkeit aus Klarglas
eine Luftpumpe mit Luftschlauch
einen Teelöffel jodfreies Salz

Man fülle die Flasche mit Leitungswasse und gebe je einen Löffel Eier und Salz hinein. Dann wird der Luftschlauch bis auf den Grund der Flasche hineingesteckt und die Brühe ca. 24 Stunden lang kräftig "durchgeblubbert". Es darf sich auf dem Flaschenboden nichts absetzen. Vorsicht: Wenn zuviel Wasser in der Flasche ist, läuft's über. Das nervt. Man findet aber die richtige Kombination von Füllgrad und Luftmenge schnell heraus. Nach ca. 24 Stunden, es kann temperaturbedingt auch etwas schneller gehen, sind die meisten Nauplien geschlüpft. Man erkennt es daran, daß sich auf dem Grund eine orangene Schicht sammelt, wenn man den Lufthahn abdreht. Aber Vorsicht, bereits nach wenigen Minuten ohne Durchlüftung beginnen die Tierchen abzusterben.

Wie kann man die Artemien verfüttern ?

Man muß sie aussieben. Dazu gibt es spezielle Siebe im Fachhandel, man kann aber auch Kaffeefilter nehmen. Ich benutze seit Jahren die wiederverwertbaren Kaffefilter von Fackelmann. Sie haben ein feines weißes Netz und Haken am Rand, so daß man sie gut in ein Litermaß hängen kann. Leider bekommt man diese Kaffefilter nicht in jedem Kaufhaus oder SB-Markt. Man dreht also die Luft ab (zieht den Luftschlauch raus) und wartet, bis sich unten die Artemien sammeln. Oben sind die Eihüllen, die wollen wir ja nicht. Dann nimmt man einen Luftschlauch, steckt ihn bis in die Krebsschicht und saugt kurz an. Die ganzen Krebse fließen dann in das Sieb. Wenn es genug ist, die Durchlüftung wieder anstellen und gut. Am zweiten Tag sind die Krebse meit schon tot, man sollte sich also sputen mit der Verfütterung und am besten umschichtig mit zwei Flaschen arbeiten. Die Artemia-Nauplien werden dann in dem Sieb mit Leitungswasser kurz gespült (Salz weg) und sind dann fertig zum Verfüttern. Das mache ich mit einer großen Spritze. Sie hat ein Fassungsvermögen von 100 ml und nennt sich Wundspritze. Man erhält sie in Apotheken.

Artemia ohne Eihüllen

Es gibt eine Möglichkeit, wie man die Eihüllen umgehen kann. Diese nerven doch sehr und verschmutzen das Aquarium. Ich selber verwende diese Methode allerdings nicht, bei mir werden die Aremien so verfüttert. Wenn man sich nicht ganz blöd anstellt, dann kann man die Artemien fast pur absaugen, ohne allzuviele Eihüllen. Die Methode:

100 ml Leitungswasser (am besten in einem Einmachglas)
1-2 Löffel Artemia hineingeben
1 Stunde blubbern lassen
50 ml Chlorbleichlauge hineingeben (erhält man in Drogerien)
4 Minuten schütteln alles durch ein Aremiasieb geben und spülen
dann normal in die Flasche geben, Salz rein und verfahren wie oben

Die Artemien schlüpfen auch schneller so. Die Eihüllen werden dabei quasi aufgelöst, ohne den Inhalt zu zerstören. Es gibt viele Züchter, die das voller Überzeugung praktizieren.