Hallo zusammen,
wie ich sehe, sind wir im Großen und Ganzen einer Meinung.
Warum eigentlich ein Leitfaden für Anfänger? Weil er langweiligen Hilfeschreithreads entgegenwirken kann.
Ich möchte hier einfach mal beschreiben, wie ich ein neues Becken aufsetze.
Als Beispiel nehme ich mein 54er Komplettset vom jodelnden Baumarkt.
Natürlich kann man etwas besseres kaufen, einen superleistungsfähigen Filter usw. ,aber in der Praxis, bei mir rund 25 Jahre, hat sich gezeigt, daß Aquarien auch mit simplen, eigentlich mit allen erhältlichen Filtern und Filtermedien bestens funktionieren.
Also:
1. Becken auf weicher Unterlage aufstellen, Lichtverhältnisse (Sonneneinstrahlung) komplett ignorieren. Es kommen keine Algen wegen bisschen Sonne.
2. Filter und Heizstab installieren.
3. Einige cm Wasser einfüllen, dann den Sand oder Kies einstreuen. So werden Lufteinschlüsse vermieden.
4. Nach Geschmack bepflanzen. Schnell wachsende Pflanzen sind Nährstoffkonkurrenten für Algen.
5. Becken komplett füllen und Abdeckung draufmachen.
Fertig, jetzt kommt´s.
Brauche ich Wasseraufbereiter? Normalerweise nicht, es sei denn im Leitungswasser ist Chlor oder Kupfer.
Wie ist das mit dem Vielbeschriebenen Nitritpeak?
Sessile Bakterienstämme im Aquarium und Filter wandeln Stoffwechselprodukte der Fische und von sich zersetzenden Pflanzenteilen über die Zwischestufe Nitrit in Nitrat um.
Diese Bakterienfilme entstehen erst mit der Zeit. Zu einem Nitritpeak kommt es dann, wenn zu viele Auscheidungsprodukte im Wasser sind. Die wenigen Bakterien können also die viele Fischkacke nicht verarbeiten.
Ich setze also nicht meinen kompletten Traumbesatz auf einmal ein, sondern 1-2 kleine Fische!
Wenn man das Becken mit Filtermulm aus eine gesunden, eingefahrenen Aquarium animpfen kann, spart man sich viel Frust mit anfänglich auftretenden Algen. Solche angeimpften Becken laufen meiner Erfahrung nach immer besser als andere. Es lohnt sich also durchaus, auch weitere Wege in Kauf zu nehmen, um an Mulm zu kommen.
Bakterienpräparate aus dem Handel sind allemal besser als nicht anzuimpfen.
Ich selbst hatte noch nie einen bemerkbaren Nitritpeak! Wenn er kommt, erkennt man das an einer erhöhten Atemfrequenz der Fische.
Hier hilft es, das Wasser zu gut 90 % auszutauschen. Kleine Wasserwechsel bringen wenig!
Besatz: Hier scheiden sich die Geister. Ich persönlich hatte immer relativ wenige Fische in meine Aquarien. Es gibt weniger Stress im Becken, weniger Fischkacke, weniger Krankheiten.
Im beschriebenen 54er Set schwimmt z. B.ein paar Papliochromis ramirezi, weiter nichts.
Andere Aquarianer halten erfolgreich höhere Fischdichten in ihren Becken, dem Anfänger würde ich aber davon abraten.
Wie ist das mit der Schneckenplage?
Gibt es meiner Meinung nach nicht! Schnecken fressen Dreck und Futterreste und abgestorbene Pflanzenteile.
Sie sind also sehr nützlich, weshalb ich immer mehrere Schneckenarten in jedem Aquarium habe.
Wie ist das mit den Wasserwerten, was muß ich messen?
Man kann, wenn man Spaß dran hat, die Wasserwerte messen, aber:
Die erhältlichen Tests sind sehr ungenau und teuer. Wenn ein Anfänger Werte misst, wird er erfahrungsgemäß damit beginnen, sie zu manipulieren.
Hier ist oft der Anfang vom Ende einer erfolgreichen Aquarianerkarriere zu sehen.
Meine persönliche, dogmatische Regel zu Aquarienwasser:
Fische und Pflanzen brauchen sauberes, keimarmes Wasser mit der richtigen Temperatur.
Dazu ist es notwendig regelmäßig einen Teil des Wassers zu tauschen. Ich persönlich wechsle 30- 50 % im Abstand von ein bis drei Wochen.
Überarbeitung folgt.
Viele Grüße
Veit