Hallo zusammen,
wie angekündigt, möchte ich nun meine kleine Rochenanlage vorstellen.
Vorwort
Ich hatte im vergangenen Jahr durch eine Empfehlung einen Händler bei Hilgert (Montabaur, da wo 1&1 sitzt) kennen gelernt. Zu der Zeit war ich auf der Suche nach ein paar passenden Welsen für mein Schmerlenbecken. Dieser Händler hat sich auf Raritäten aus Südamerika spezialisiert: Welse, Geophagen und Rochen. Dort hatte ich mich eigentlich in die zwei L-190 Panaque verguckt, fand aber die kleinen Rochen ein Becken weiter faszinierend. Jedoch hatte ich zu viele Bedenken, diese Tiere selber zu pflegen.
Für die geplanten L-190 sollte nun ein eigenes Becken her. Erst wollte ich im Wohnzimmer (da wo schon dass 2m Becken steht, ein weiteres hinstellen, jedoch war meine Freundin davon nicht wirklich begeistert. Das Becken sollte ursprünglich 150x50x50cm groß werden). Nach langen hin und her überlegen, kam das Becken ins Schlafzimmer. Ich konnte noch rechtzeitig beim Aquarienbauer anrufen und das Becken auf 200x65x50cm abändern lassen. Das Becken wurde im August geliefert.
Ich hab die Anlage aufgebaut, jedoch stand mein Entschluss mit den Welsen noch nicht fest. Ich hab dann meinem Händler gesagt, dass ich noch ein bisschen warten möchte (in der Summe, glaub ich 10 Wochen). In dieser Zeit habe ich viel im Internet und in der Fachliteratur über Süßwasserrochen gelesen um nicht blauäugig an die Sache ran zu gehen.
Ende Oktober stand mein Entschluss fest. Es werden Rochen. Leider hatte ich das Welsbecken nicht mit einem Überlauf versehen, so dass ich diesen Nachrüsten musste (Das Funktioniert, ist aber wesentlich lauter und Fehleranfällig). Vom nachträglichen Anbohren der Becken riet mir mein Aquarienbauer ab.
Das Becken
Das Becken ist 200x65x50cm und aus 10mm Glas gefertigt. Die Bodenplatte ist zweifach geteilt und es wurden Glasstreben in den Ecken wie auf dem Boden geklebt. Ein 15mm Zugstrebe entlastet die Seitenscheiben.
Unterschrank
Der Unterschrank ist wieder Marke Eigenbau. Auf dem Boden wurde erst einmal eine Schicht aus 10mm XPS Platten verlegt (XPS ist die Trittschalldämmung vom Laminat). Anschließend habe ich eine 28mm Küchenarbeitsplatte darauf gelegt. Dann erfolgt der Aufbau aus drei Säulen die ca. 60cm hoch sind. Die Säulen bestehen aus Porenbeton mit den Maßen 19,9x10x60cm. Anschließend erfolgte wieder eine Auflage mit XPS um Unebenheiten auszugleichen. Auf diese XPS Matte kommt dann eine weitere 28mm Arbeitsplatzte und dann der Schaumstoff, worauf das Becken steht. Die Verkleidung habe ich diesmal aus MDF hergestellt (Würde ich nicht wieder tun -> es verzieht sich sofort bei Wasserkontakt).
Technik
Die Filterung läuft derzeit über einen 40mm Selbstbauüberlauf auf PVC Rohren. Um die Luft aus dem Überlauf zu ziehen, verwende ich eine EHEIM Compact 600 Pumpe. Für die Rückförderung verwende ich eine EHEIM Compact 3000. Aktuell habe ich eine reale Durchflussrate von 2000L. Was ungefähr dem 4 Fachen des Beckenvolumens entspricht.
Das Filterbecken ist mit 68x60x50cm (204L) eine Sonderanfertigung. Es besteht aus 4 Kammern, die wie folgt gefüllt sind:
Kammer1: Biobälle 60L
Kammer2: Schwämme
Kammer3: 40L Siporax
Kamemr4: Filterwatte ca. 1KG.
Die Schwämme und das Siporax werden durch jeweils eine Hailea V-10 Lüfterpumpe mit Frischluftversorgt. Die Heizung erfolgt über die Raumluft, jedoch habe ich noch einen 300Watt Heizstab im Filterbecken, der das Becken auf angenehmen 28C° heizt.
Das System ist zwar nicht flüsterleise, aber die Wasserwerte sind top. Man bedenke das jeden Tag mit Rund 200gr. Mückenlarven gefüttert wird. Wasserwechsel (40%) erfolgt jede Woche.
Bei der Beleuchtung setzte ich zweimal T8 mit 54 Watt ein. Beleuchtet wird 10h. An- und Abschaltung erfolgt per Zeitschaltuhr. Die Bereich sind teilweise abgedunkelt.
Sicherheit
Beide Aquarien werden über eine APC Backups 1500VA vor Stromausfall gesichert. Die Ausfallzeit liegt in der Regel bei 10h. In beiden Bodenplatten sind Wassermelder installiert. Des Weiteren habe ich über den Filterbecken einen Brandmelder installiert -> ich hab schon eine Pumpe abrauchen gesehen! Der Wasser- und Brandmelder sind mit einer Fernmeldefunktion / SMS Gateway ausgestattet. Nach der USV wurde von mir ein FI installiert, da die USV den FI im Schaltschrank unbrauchbar macht (Online USV).
Der Besatz
Derzeit pflege ich drei (1M/2W) Potamotrygon Reticulatus Red. Diese Rochenart ist „kleinbleiben“, die Weibchen werden ca. 35cm groß und da Männchen 20 – 25cm. Die Rochen sind Nachzuchten aus Montabaur. Derzeit sind die Rochen ca. 15 – 17cm groß. Das Männchen ist leider schon geschlechtsreif und knappert regelmäßig die Weibchen an. Daher bin ich noch auf der Suche nach einem Reti Red Weibchen, welches Geschlechts reif ist.
Als weiterer Besatz pflege ich sechs Geophagus Winemilleri. Diese sind Wildfänge und ca. 1 Jahr alt. Derzeit so um die 10-15cm groß.
Autsch
Über Weihnachten musste ich den Bodengrund des Beckens wechseln. Der Baumarktquarzsand war einfach zu fein, sodass die Tiere in absehbarer Zeit Probleme bekommen könnten. Der neue Sand hat eine Körnung bon 0,8-1mm. Vorher war es 0,2-0,5mm. Daher habe ich den Sand mit einem sehr feinen Kescher aus dem Becken geschaufelt. Hierbei habe ich versehentlich, da das Becken bei der Aktion sehr trüb war, das Rochenmännchen mit herausgehoben, welches sich an der Wasseroberfläche mit einem Schwanzhieb bedankt hat. Er hat mich nicht direkt gestochen, aber gestreiften. Es war ein Schmerz… kaum Vorstellbar… .
Ich hatte im Vorfeld meinen Hausarzt über die Tiere informiert, sodass ich im Notfall sehr starkes Schmerzmittel da habe.
Also einmal Finger in richtig heiße Wasser stecken und Schmerzmittel einwerfen. Nach zwei Tagen war die Geschichte dann fast von Tisch. Die Gelenkschmerzen, verursacht vom Gift dauerten noch 6 Wochen an.
Zukunft
Da dieses Becken nur die Kinderstube ist, arbeite ich derzeit am Ausbau des Kellers. Das neue Becken soll eine Grundfläche von mindestens 1,5m in der Tiefe und 2,5m in der Länge haben.
So das solls erst einmal gewesen sein.
Viele Grüße
Alex