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Tuesday, April 5th 2011, 4:41pm

Altwasser, etwas für erfahrene Aquarianer.

Moin erstmal,

ich wurde in letzter Zeit immer wieder auf meinen sorglosen und bedenklichen
Umgang mit meinen Aquarien angesprochen.

Daher möchte ich hier mal kurz erklären wie man am besten Altwasser-Aquaristik betreibt und pflegt.

Vorab: Ich empfehle die Altwasser-Aquaristik nur für schon erfahrene Aquarianer, da sie im Notfall wissen
wie man am besten reagiert.

1.
Grundlegendes:


Wie der Begriff "Altwasser" schon vermuten lässt ist es im Grunde
nicht nötig das Wasser zu wechseln, jedoch in sonderfällen nicht unvermeidbar
z.B. Umzug. Aber ein Auffüllen des verdunsteten Wassers ist zu empfehlen (schon
alleine der Literzahl wegen).

Kann/Darf man den Mulm absaugen?

Jein, obwohl er nicht sehr
ansprechend aussieht würde ich jeglichen Mulm im Becken belassen, da er als
zusätzlicher Stabilisator dienen kann und zudem manchen Fischen ein optimales
Versteck bietet. Wenn er jedoch überhandnimmt sollte man ihn zum Teil (ca die
Hälfte) entfernen.

Welche Beckenarten eignen sich am besten für Altwasser?

Das ist abhängig vom geplanten
Besatz, dh. Fische die in klaren Bächen und Seen leben sollten lieber ohne
Altwasseranwendung gehalten werden, jedoch eignen sich Fische wie z.B. Neons,
Fadenfische sehr gut dafür. Folglich
sollte das Becken eher in Richtung Schwarzwasser gehen.

2.
Die Technik:

Was braucht man an Technik für ein
Altwasser-Aquarium?


Im Grunde kann man ein
Altwasser-Becken techniklos betreiben, jedoch sammelt sich dann der Mulm
unregelmäßig über den ganzen Boden verteilt, daher empfiehlt sich als
Grundausrüstung ein Innen- oder Außenfilter welcher mit der Wasserzirkulation
für größere gesammelte Haufen aus Mulm sorgt. Bei Heizer, Lampen & CO. ist alles
möglich solange es passt und das Geld reicht.

3.
Bepflanzung:


Welche Pflanzen eignen sich am besten für Altwasser?

Dieser Punkt ist abhängig vom Filter
und seiner erbrachten Leistung, sowie der Anzahl der Schnecken, ja Schnecken.

Falls beides sich in einem guten
Gleichgewicht befindet wird man zum Teil gar keinen Mulm finden, da sich 1. Die
Schnecken (bei mir TDS) darüber hermachen und ihn gleichzeitig mit unter den
Boden wühlen und 2. Der Filter auch einen gewissen Teil aufnimmt und
verarbeitet.

In diesem Fall stünde einer „normalen“ Bepflanzung nichts im Wege.

Falls dieser Fall jedoch nicht
zutrifft rate ich zu Aufsitzerpflanzen wie z.B. Javafarn, Anubien etc. oder
robusten Wurzelpflanzen wie z.B: Vallisnerien, Echinodoren.

Noch Fragen oder Bemerkungen? Einfach schreiben!

Ps. Eine weitere Ergänzung in Bezug auf Düngung, Filter Reinigung und ein paar Kleinigkeiten
folgt die Tage
Gruß, Lars

Randgebiete der Aquaristik sind meine Heimat :whistling:

2

Wednesday, April 6th 2011, 9:58am

Hallo,

das sind ganz persönliche Erfahrungen und Sichtweisen.
Die Beobachtungen und Schlußfolgerungen müssen nicht auf andere Becken zutreffen.

Gruß Knut

Axelrodia

Beginner

Posts: 22

Location: Bochum

Occupation: Verkäufer im Zoohandel

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3

Wednesday, April 13th 2011, 8:47am

Moin,
mir wird jetzt nicht ganz klar, was der Mulm und die TDS mit der Bepflanzung zu tun haben?
Meine Pflanzen hat Mulm bisher eigentlich nie gestört...

Warum das ganze zu Schwarzwasser tendieren sollte, versteh ich auch noch nicht...
LG

4

Sunday, April 24th 2011, 3:31pm

Hallo zusammen,

das Problem bei Altwasseraquaristik sind die Abbauprodukte die durch die Nitrifikation entstehen. Diese gilt es zu beseitigen, damit das Wasser nicht gewechselt werden muss. Das Nitrat muss irgendwo hin. Die Pflanzen sind in der Lage den Nitrat abzubauen, dies geht aber auch nur dann wenn das Becken recht unterbesetzt ist, sodass die Pflanzen das Nitrat schneller abbauen als es entsteht.

Dieser Prozess kann chemisch oder biologisch unterstützt werden. Auf der Chemischen Seite gibt es Nitratharzfilter, die das Nitrat binden. Biologisch kann das mit einer Bepflanzung erfolgen oder über einen Vodkafilter der Nitrat über Bakterien abbaut… auch hier ist zu Vorsicht geboten.

Natürlich muss bei der ganzen Überlegung der Besatz passen. Bei Tieren die Unmengen an Futter benötigen ist ein Altwasserbecken fehl am Platz!

Grüße

Alex

5

Sunday, April 24th 2011, 9:03pm

Hallo,

sehr häufig stellt sich in gut eingefahrenen Becken auch eine Nitratatmung durch Bakterien ein.

Gruß Knut

6

Sunday, April 24th 2011, 10:26pm

Hallo Knut,

vermutlich liegt das an den denitrifizierende Bakterien die sich im Sauerstoffarmen Mileu (Boden oder Mulm) ansammeln und Nitrat umwandeln. Je nach Besatz, kann das so effizient sein, das wirklich kein Wasser mehr gewechselt werden muss und der Nitratwert im grünen Bereich liegt.

In der Regel würde das vermutlich nur bei stark bepflanzten Becken mit geringem Besatz zutreffen (Viel Mulm, wenig Dreck). Im Filter wage ich das einfach zu bezweifeln, da durch dei Umwelzung Sauerstoff im Wasser gelößt wird (abhänig vom Filter) und die denitrifizierende Bakterien sauerstoffarme Umgebung benötigen.

Grüße

Alex

This post has been edited 1 times, last edit by "igfas" (Apr 24th 2011, 10:31pm)


7

Monday, April 25th 2011, 1:06pm

Hallo Alex,
die Wasserwechsel lediglich am Nitrat festzumachen halte ich für etwas sehr kurzsichtig.
Denitrifikation habe ich fast immer in gut eingefahrenen Aquarien beobachten können. In reifen Biofilmen scheinen aerobe und anaerobe Bereich vorhanden zu sein. Da findet beides quasi simultane Nitratatmung statt.
Die Dinge im Aquarium sind oft komplexer und erlauben selten eine einseitige Sichtweise.
Gruß Knut

8

Monday, April 25th 2011, 4:32pm

Hallo Knut,

ich mache bis auf ein paar Ausnahmen keine Wasserwechsel auf Grund von Wasserwerten. Klar wenn ich Nitrit in hoher Konzentration messen würde, ist ein Wasserwechsel angesagt. Aber bei laufenden Aquarien kommt dies doch eher selten vor.

Ich habe nur die Vermutung aus eigener Beobachtung aufgestellt, dass ein stark bepflanztes Becken mit geringer Besatzdichte eher mit Altwasser betrieben werden kann, als ein stark besetztes Becken. Da Dort das Wasser einfach stärker belastet wird. Verständlich, dass es nicht nur um die bekannten Parameter geht.

Wobei hier ja noch zu klären wäre, was ein Altwasserbecken ist. Ich habe mal im Forum gelesen:

Wenn nicht 50% des Wasser pro Woche gewechselt werden, würde es sich um ein Altwasserbecken handeln …

In meiner Anlage mache ich wöchentlich zum Beispiel 40% Wasserwechsel um den Dreck aus dem Becken zu bekommen. Selbst mit Schnellfilter komme ich der Ansammlung von Schwebteilchen, Futterresten etc. nicht hinterher.

Müsste mal ausprobiert werden.

Grüße

Alex

bukowsky

Beginner

Posts: 1

Location: Hamburg

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9

Monday, April 25th 2011, 11:54pm

Moin!
Wenn nicht 50% des Wasser pro Woche gewechselt werden, würde es sich um ein Altwasserbecken handeln …
... und ich habe mal gelesen, dass das Wasser im Prinzip immer dasselbe ist und sich nie verändert – es kommen halt nur ein paar andere Stoffe noch hinzu. ;)

Gruß,
Dietmar

10

Tuesday, April 26th 2011, 12:31pm

Hallo Ditmar,

ist ja auch so... was soll sich schon am Wasser verändern, außer das weitere Stoffe darin gelößt sind.

Ich bin ehh kein Freund von großen Wasserwechseln, da sich der PH Wert und die Temperatur sich
jedesmal verändern und dies auch Stress für die Tiere ist.

Ich finde die Diskussion um Altwasseraquaristik schon sinnfrei, das Ziel soll es doch sein, das es den Tieren
gut geht und die Haltung einigermaßen Artgerecht ist. Wenn dann das Becken noch hübsch anzusehen ist,
was will ma mehr?

Grüße

Alex

11

Tuesday, April 26th 2011, 3:30pm

Hallo Alex,
die Änderung der Werte wie pH oder GH etc. sind kein Stress für die Fische, solange sie nicht schnell passieren. Die Temperatur ist für einige Fische sogar stimulierend, ist insgesamt aber wohl kritischer zu sehen als die Änderung anderer Werte. Gerade Temperaturschwankungen bedim Wasserwechsel lassen sich aber sehr leicht vermeiden. Somit ist das Argument Stress beim Wasserwechsel hinfällig. Im Gegenteil sind große Wasserwechsel eher positiv zu sehen.
Den Begriff "artgerecht" musst du mir in diesem Zusammenhang mal definieren, soll er nicht als leere Worthülse sinnfrei stehen bleiben.
Weitere gelöste Stoffe sind auch immer Nährstoffe, z.B. auch für Bakterien und andere Mikroorganismen.

Gruß Knut

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