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Blue Diamond

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17.06.2008, 10:38

Lochkrankheit

Äußere Symptome

* Weiße Flecken erscheinen auf dem Körper.
* Aus den weißen Flecken schein weißliches Gewebe auszutreten.
* Weiße "Pickel" wachsen aus dem Körper.
* Weißliche Löcher in der Kopfregion.
* Fische färben sich dunkel´.

Verhalten

* Fische verstecken sich.
* Fische werden apathisch.
* Fische erschrecken sich leicht.

Ursachen

Die genauen Ursachen der Lochkrankheit sind noch unklar. Möglicherweise handelt es sich um die Folgen einer Erkrankung des Seitenlinienorgans der Fische, um eine Mangelkrankheit, oder eine Folge von Darmflagellaten. Auch bakterielle Ursachen oder baktierelle Sekundärerkrankungen können nicht ausgeschlossen werden.

Vielleicht hängen alle diese Erkrankungen zusammen, vielleicht verursachen sie jeweils entsprechende Folgeerkrankungen, vielleicht führen sie aber auch unabhängig voneinander zu den gleichen Symptomen. So sind bei an Lochkrankheiten erkrankten Fischen häufig Darmflagellaten zu finden, andererseits haben viele Fische Darmflagellaten, ohne die Symptome der Lochkrankheit zu zeigen.

Wahrscheinlich ist die direkte Ursache der Löcher ein Mangel an Kalzium, Phosphor oder Vitamin D. Dies könnte erklären, warum die Lochkrankheit bei südamerikanischen Buntbarschen, die in sehr weichem Wasser leben, häufiger auftritt, als z.B. bei afrikanischen Buntbarschen, die in relativ hartem Wasser leben.

Möglicherweise wird durch die anderen erwähnten Auslöser ein Mangel an einem dieser Nährstoffe verursacht. So könnte ein starker Befall mit Darmflagellaten zu einem Nährstoffmangel führen, der wiederum die Lochkrankheit auslöst.

Ein solcher Mangel kann auch dadurch verursacht werden, dass bestimmte Ionen zu häufig vorkommen und so die Aufnahme anderer Ionen im Körper verhindern. Als mögliche Ursache für die Lochkrankheit wird teilweise ein zu hoher Anteil von Kalzium-Ionen Ca++ im Wasser vermutet. In Leitungswasser ist aber gerade der Kalziumanteil oft 20 mal höher, als in den natürlichen Weichwassergebieten. Die Lochkrankheit tritt nach einem Bericht bei Diskus und Skalaren nur bei Leitwerten über ca. 100 µS auf.
Wenn Fische weit außerhalb ihres physiologischen Optimalbereichs gehalten werden, gerät der innere Ionenhaushalt durcheinander. Ein erhöhter oder verringerter Anteil einer Ionenart im Wasser, z.B. Chlorid bzw. NaCl, wirkt sich sowohl auf den Na+ - und Cl--Haushalt, als auch z.B. auf den Ca++-Haushalt in den Fischen aus. Der Ca++-Haushalt kann über 100 Prozent vom Normalwert abweichen.
Weichwasserfische sollten deshalb in Weichwasser bei konstantem Ionengleichgewicht gepflegt werden, das dem Ionenspektrum der Herkunftsgebiete entspricht. Nach dem genannten Bericht tritt dann weder die Lochkrankheit noch eine Folgeerkrankung auf.
Behandlungsvorschläge

Wichtig ist in jedem Falle eine nährstoff- und vitaminreiche Ernährung und artgerechte Haltung. Es sollte viel Lebendfutter und Frostfutter gegeben werden. Frost- und Trockenfutter sollten mit Vitaminpräparaten aus der Handel angereichert werden. Alternativ zu den Mitteln aus dem Aquarienhandel können auch zuckerfreie Vitaminsäfte verwendet werden. Im Zweifel hilft ein Vergleich der Inhaltsstoffe.

Parallel dazu kann eine Behandlung gegen evtl. andere vermutete Auslöser oder Folgeerkrankungen durchgeführt werden.