Hallo,
ich möchte hier die Nachzucht v. Aplocheilus lineatus beschreiben.
Zu Anfang möchte ich feststellen, daß das Ablaichen von A. lineatus in einem Becken, das mit Javamoos oder einem feinen Laichmop ausgestattet ist, bei guter Fütterung mit Lebend- und Frostfutter, nicht zu verhindern ist...

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Wasserwerte spielen nach meiner Erfahrung kaum eine Rolle. Bei mir haben die Fische in relativ hartem und alkalischem (kH 12, pH ca.8 ) als auch in weichem und leicht saurem (kH 4, pH 6,5) Wasser gelaicht. Die Temperaturen werden in der von mir bekannten Fachliteratur in einem Bereich von 25 Grad und höher angegeben. Ich konnte beobachten, daß meinen Streifenhechtlingen diese Angaben ziemlich wurscht sind- gestern hatte ich Temperaturen v. über 30 Grad im Becken und konnte die Tiere beim Balzen und das Ablaichen im Javamoos beobachten, ebenso laichten sie bei mir in "nur" 23 Grad warmem Wasser... leichte Temperaturschwankungen u. eine gute Fütterung mit Lebendfutter fördern die Bereitschaft zur Balz und zum Laichen.
Ich pflege eine Gruppe dieser Hechtlinge (2m/5w) in einem 100x50x50cm Becken, daß gut bepflanzt ist. Da die Streifenhechtlinge gerne unter der Wasseroberfläche stehen, sollten auch einige Schwimmpflanzen in das Becken eingebracht werden (Froschbiß, Hornkraut etc.), die den Tieren bei Bedarf Deckung bieten können. Die Beleuchtung sollte nicht zu grell sein bzw. einige abgeschattete Bereiche im Becken vorhanden sein. Einige feinfiedrige Wasserpflanzen, die bis unter die Wasseroberfläche oder flutend wachsen dürfen, sind ebenfalls v. Vorteil, wenn man die Tiere im Daueransatz vermehren möchte (Deckung u. Versteck für Jungfische).
Da die Tiere ihrem Nachwuchs eifrig nachstellen und hervorragende u. schnelle Jäger sind, empfiehlt es sich, bei einer Vermehrung im Daueransatz, regelmäßig die Wasseroberfläche zwischen den Schwimmpflanzen nach Jungfischen abzusuchen, die Jungfische abzuschöpfen und diese in einem extra Becken oder in einer Plastikschale aufzuziehen. Diese Art der Vermehrung hat den Vorteil, daß sich die Anzahl der Jungfische in Grenzen hält

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einige Tage alte A. lineatus
Bei der Vermehrung in einem Ansatzbecken verwende ich ein altes 50x30x30cm Becken, in das ich ein oder zwei Hände voll Javamoos (... daß ich etwas "luftig" zupfe) und ein paar Schwimmpflanzen packe und mit Wasser aus dem Haltungsbecken fülle. Dann setze ich ein oder zwei Weibchen in das Becken und laße sie dort 2-3 Tage, dann setze ich ein Männchen dazu... die Tiere laichen meist sofort in das Javamoos und am nächsten Tag setze ich die Fische wieder in das große Becken um. Nach ca. 14 Tagen schlüpfen die Jungfische, die ich abschöpfe und in kleinere Behälter überführe. Die Jungfische fressen sofort frisch geschlüpfte Artemianauplien... in den Schalen wechsele ich einmal täglich 90% des Wassers. Nach drei oder vier Wochen füttere ich die Jungfische auch mit ausgewachsenen Artemia, kleinen Mückenlarven (evtl. zerkleinert), Cyclops oder Daphnien. Die Aufzuchtschalen besetze ich nur gering, da ich die Erfahrung gemacht habe, daß bei zu "dichtem" Besatz einige Jungfische sehr rasch wachsen, andere aber im Wachstum hinter her hinken. Je größer die Jungfische werden, desto größer sollten die Schalen bzw. Aufzuchtbecken gewählt werden. In die Schalen lege ich etwas Buchenlaub, da sich die Jungfische bei Störungen gerne darunter verstecken.

ca. 4- 5 Wochen alte Jungfische- benehmen sich aber schon wie die großen, wenns ums Futtern geht

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Das Haltungs- und das Ansatzbecken
müssen unbedingt gut abgedeckt werde- die halbwüchsigen und ausgewachsenen Fische bringen es fertig, durch die kleinste Ritze aus dem Becken zu springen und verenden dann jämmerlich!
Viele Grüße
Martin